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Psoriasis

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Psoriasis: Diagnose

Psoriasis

Definition

Die Psoriasis ist eine genetisch bedingte Bereitschaft der Haut, auf exogene und endogene Reize mit einer meist lange anhaltenden charakteristischen Entzündung, die mit Hyperplasie der Epidermis und Schuppenbildung einhergeht, zu antworten.

Psoriasis vulgaris

Häufigste Form der Psoriasis. Die Prävalenz in Europa liegt bei 2 %.

Klinische Charakteristik
psoriasis 1

Scharf begrenzte erythematöse Einzelherde, die von grob lamellösen silbrigen Schuppen bedeckt sind. Die locker haftenden silbrigen Schuppen lassen sich leicht und als ganzes abheben (Kerzenfleckphänomen). Nach Ablösung der letzten schuppigen Auflagerung kommt es zu punktförmigen Blutungen (Auspitz-Phänomen). Die Verteilung der Herde reicht von wenigen großflächigen Einzelherden bis hin zu disseminierten Läsionen, die in unterschiedlicher Dichte das gesamte Integumentum betreffen können.

Prädilektionstellen

sind die Haut über Ellenbogen, Knie, Sakralregion, Perianalregion

besondere Lokalisationen

  • Handteller und Fußsohlen
  • intertriginöse Bereiche
  • Kopfhaut

 

Nagelveränderungen

  • Tüpfelnägel
  • psoriatischer Ölfleck
  • subunguale Hyperkeratosen bis hin zur Nageldystrophie
Differenzialdiagnose
  • jede schuppende Dermatose; insbesondere die verschiedenen Ekzemformen, Epidermomykosen, Lichen ruber planus, Pityriasis rubra pilaris, Pityriasis rosea, Syphilis, CDLE
  • lokalisationsabhängig kommen Nagelmykosen, Intertrigo, Hand- und Fußekzem in Frage
Verlauf

Die Psoriasis vulgaris kann episodisch, rezidivierend und primär-chronisch verlaufen. Nur in etwa 10-15 % der Fälle längerfristige Remissionen. Die Herde heilen ohne Narbenbildung ab und es kommt zu keiner malignen Entartung.

Heredität

Der Vererbungsmodus ist noch nicht geklärt - eine autosomal rezessive Vererbung wird angenommen. Das Erkrankungsrisiko steigt, je mehr Blutsverwandte erkrankt sind. Das Risiko für eine Erkrankung, wenn ein Elternteil unter Psoriasis leidet, liegt bei 20 %, wenn beide Eltern betroffen sind bei 70 %.

Sonderformen der Psoriasis

Psoriasis pustulosa

Klinische Charakteristik

Anstelle der Schuppung (oder ihr vorausgehend) kommt es zur oberflächlichen Pustelbildung durch Einwanderung von Leukozyten, ohne dass eine Infektion vorliegt.

Generalisierte Form

  • gesamte Körperoberfläche betroffen, potenziell lebensbedrohend (Typ Zumbusch)
  • Impetigo herpetiformis (hat trotz des Namens nichts mit Herpesviren zu tun), tritt in der Schwangerschaft auf


Lokalisierte Form

Handteller und Fußsohlen

  • Psoriasis pustulosa palmoplantaris (Typ Barber) (DD: dyshidrotisches Ekzem, Epidermomykose)
  • Akrodermatitis suppurativa (Typ Hallopeau) (DD: Paronychie)
Differenzialdiagnose
  • bakterielle und mykotische Hautinfektionen
  • andere nicht infektiöse Pustulosen (selten)

Psoriasis-Erythrodermie

Klinische Charakteristik

Schwerste generalisierte Verlaufsform der Psoriasis vulgaris oder Psoriasis pustulosa mit Allgemeinerscheinungen (Rötung der gesamten Haut, Fieber, Gewichtsabnahme, Störungen des Eiweiß- und Elektrolythaushaltes) und Gefahr von Infektionen (Pneumonie).

Differenzialdiagnose

Erythrodermien anderer Ursache wie:

  • Arzneimittelunverträglichkeit
  • generalisiertes Ekzem
  • kutanes T-Zell-Lymphom

Psoriasis arthropathica

Klinische Charakteristik
psoriasis 2

Seronegative chronische Polyarthritis, die von rheumatischer chronischer Polyarthritis und Morbus Bechterew abgrenzbar ist und bei etwa 7 % aller Psoriasispatienten auftritt. Assoziation mit HLA-B27 besonders bei Befall der Sakroiliakalgelenke.

Peripherer Typ

  • oft asymmetrischer Befall der Interphalangealgelenke bis hin zur Mutilation
  • Monarthritis großer Gelenke: (DD zu Morbus Reiter)

 

Axialer Typ

  • Befall der Sakroiliakalgelenke (oft in Kombination mit dem peripheren Typ)
  • häufiger Befall der Fingergelenke (oft in Kombination mit subungualen Hyperkeratosen)
  • synchrone Exazerbationen von Psoriasis und Arthritis infolge wechselseitiger Provokation möglich
4.5
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